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Energiekonzern EDF: Franzosen bekommen russisches Uran



Die EU-Sanktionen gegen Russland umfassen viele Produkte. Eine Ausnahme: Uran. Davon profitiert jetzt Frankreich.

Die französische Elektrizitätsgesellschaft EDF, die fast ausschließlich in staatlicher Hand ist, hat eine Lieferung von angereichertem, wiederaufbereiteten Uran aus Russland erhalten. Das berichtet die französischen Tageszeitung “Le Monde”.

Das Uran stammt aus der Aufbereitungsanlage der Föderale Agentur für Atomenergie Russlands (Rosatom), die auch an der Besetzung des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja beteiligt ist. Die Lieferung ist trotz der verhängten Sanktionen gegen Russland möglich, weil es für die russische Nuklearindustrie eine entsprechende Ausnahme gibt.

Bereits im September berichtete die Wochenzeitung “Zeit” davon, dass Rosatom trotz der Strafmaßnahmen gegen Russland weiter Atomkonzerne in Europa mit Uran-Verbindungen für die Atomkraftwerke beliefert. Frankreich habe sich demnach stets dafür eingesetzt, dass der Import von konvertiertem und angereichertem Uran aus Russland nicht sanktioniert wird.

Nur russische Anlage kann Brennelemente recyceln

“Rosatom untersteht direkt der Moskauer Regierung und ist für Russland strategisch ebenso wichtig wie Gasprom”, zitiert die “Zeit” den französische Geopolitologen Teva Meyer.

Mitte November hatte EDF gegenüber “Le Monde” noch angegeben, seit Kriegsbeginn keine Uran-Lieferungen aus Russland mehr bekommen zu haben. Die jetzt erfolgte Lieferung erwähnte der Konzern im damaligen Zusammenhang nicht.

Frankreich ist eines der wenigen Länder mit Atomenergie, das sich für eine Wiederaufbereitung seiner abgebrannten Brennelemente entschieden hat. Derzeit ist jedoch nur eine Anlage von Rosatom in Sibirien in der Lage, das Material aus den 56 französischen Reaktoren zu “recyceln”. EDF wollte keine Details zu den erhaltenen Mengen des aufbereiteten Urans nennen und erklärte nur, “alle internationalen Sanktionen weiterhin strikt anzuwenden”.



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